GDD Conference 2021

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Daten:

14 / 15 Oktober 2021

Hochschule Darmstadt

Hybride Veranstaltungsform

Vorträge in deutscher und englischer Sprache

 

Beschreibung:

Design beschreibt eine Disziplin und Kompetenz, die auf sämtlichen Ebenen des öffentlichen und privaten Lebens ihre Wirkung entfaltet und in der gerade deshalb die Auseinandersetzung um eine gerechte Verteilung und eine gerechte Gestaltung von Zugängen und Ressourcen für ein soziales Miteinander zentral wird. Auch die Europäische Union hat mit der Verabschiedung der New European Bauhaus Initiative im Rahmen der Green Deal Vereinbarung die Relevanz von Design und Kunst für die menschengerechte Ausgestaltung einer neuen Zukunft basierend auf der Trias - Nachhaltigkeit , Inklusivität und Ästhetik - deutlich gemacht. Mit der Tagung wollen wir – der Forschungsbereich “Design & Gender” an der Hochschule Darmstadt – gezielt einen interdisziplinären und hochschulübergreifenden Diskurs über das Thema “Design und Gendergerechtigkeit” anregen und dabei explizit auch Design & Diversität bzw. Inklusivität als Ausdruck unseres Engagements für soziale Nachhaltigkeit adressieren.

Da Prozess- Service- und Kommunikationsdesign sowie Podukt- und Schnittstellengestaltung in unserer heutigen Welt die Einbettung verschiedenster Kompetenzbereiche involvieren und sich das Thema Gender ohnehin quer zu allen bestehenden Bereichen positioniert, streben wir gezielt den direkten Austausch mit Forscher*innen und Expert*innen aus angrenzenden Disziplinen, wie zum Beispiel der Informatik, der Psychologie und Medizin sowie der Pädagogik, der KI-Forschung und Robotik, der Philosophie und den Sozial- sowie Ingenieurswissenschaften an, um nur einige wenige zu nennen. Zudem sind wir uns darüber bewußt, dass der Genderdiskurs im Design um die Thematisierung von Intersektionalität zu erweitern ist.

Im Fokus unserer Aufmerksamkeit stehen für die Tagung insbesondere Fragen, Forschungsprojekte und innovative Ansätze, die sich mit der Aufarbeitung bisher unterrepräsentierter oder kaum registrierter genderrelevanter Fakten und besonders der Implementierung von Gendergerechtigkeit und Genderdiversität und Inklusivität im Kontext designerisch relevanter und von Design tangierter Bereiche auseinandersetzen.

Übergreifend sind für uns dabei folgende Fragestellungen und Themenkomplexe von Bedeutung:

Wie lässt sich Gendergerechtigkeit und Diversität designen? Wo blieb bzw. bleibt Genderdiversität implizit oder explizit bis heute unterthematisiert- und repräsentiert? Wo und wie wirken Pionier*innen in der Einbindung von Gendergerechtigkeit in die Designpraxis? Was sind mögliche Maßnahmen zur nachhaltigen Implementierung von Gendergerechtigkeit- und Diversität? Wie und wo können und sollten Strukturen verändert oder verstetigt werden, um Gendergleichheit im und mit Design nachhaltig zu implementieren? Wie verhält sich das Design heute zum Thema Intersektionalität? Benötigen wir vielleicht sogar eine Art moralischen Eid oder ethischen Code im Design für Gerechtigkeit und Inklusivität?

Die übergreifenden Fragen wollen wir bezogen auf unterschiedliche Themenkomplexe ansprechen: So scheint uns im Hinblick besonders auf die Gestaltung von Produkten ein grundlegender Schwerpunkt nicht nur auf die im wissenschaftlichen Diskurs bereits vermehrt thematisierten passiven Alltagsobjekte als Kristallisationsorte soziokultureller Geschlechterzuschreibungen, zu legen zu sein, wenngleich natürlich auch diesen Platz eingeräumt werden soll. Gerade die digitalen, sprachbasierten und “interaktiven” Objekte unserer heutigen Lebenswelt, die Smart Phones, Waerables, smart Houses, Assistenzsysteme etc., fordern den Menschen eine erweiterte kommunikative Handlungsform  ab, die sich auf die Interaktion mit den Dingen bezieht und auch auf die Kommunikation vermittels der Objekte auf zwischenmenschlichen Ebenen ausweitet. Wie Studien zeigen, wird auf diesen Ebenen das Thema Gender besonders virulent.  Gerade auch die Gestaltungsforschung zur Berücksichtung genderrelevanter Faktoren im Kontext Robotik, der Gestaltung von so genannten "social robots", steckt weitgehend aber noch in den Kinderschuhen und wirft phänomenologisch, hinsichtlich der Erscheinungsgestaltung, als auch auf der Einsatzebene künstlicher Intelligenz tiefgreifende Fragen nach der Umsetzbarkeit und Gestaltbarkeit einer gendergerechten und diversitätsgeprägte Zukunft auf. 

Gendergerechtgkeit ist ein relevanter Baustein in der angestrebten Wende zur Nachhaltigkeit, die ohne Design nicht möglich wäre. Auch die von Seiten der Regierungen und der Wissenschaftler*innen angestrebte ökologische Wende kommt nicht ohne Überlegungen zur Gendergerechtigkeit und Inklusivität zum Ziel. Auf der Tagung wollen wir uns vor allem auch vor diesem Hintergrund mit der momentanen Forschung etwa zu nachhaltigen Mobilitätskonzepten oder Raumkonzepten aus der Genderperspektive widmen und explizit Fragen der feministischen und inklusiven Mobilitätsgestaltung sowie Raumgestaltung adressieren.

Weiterhin wünschen wir uns eine Auseinandersetzung um den Kontext “Design for Health”. Hierbei geht es auch um die Frage, wie das biologische und soziale Geschlecht in der Gestaltung als relevante Faktoren interagieren, an welchen Orten im Gesundheitswesen genau das soziale Geschlecht virulent wird und wie Design zur Gendergerechtigkeit beitragen kann.

Darüber hinaus wollen wir uns in der Kategorie “Lehre und Gendergerechtigkeit” der Aufarbeitung der blinden Flecke der Designgeschichte zuwenden und auf die Frage der Gendergerechtigkeit und Diversität in der Wissensvermittlung im akademischen Kontext mit Bezug zum Design zu sprechen kommen, denn gerade die Geschichte und Theorie im Design scheint nach wie vor historisch bedingt inhaltlich stark männlich geprägt. In einer gesonderten Sektion werden wir uns der historischen Aufarbeitung besonders von Designgeschichte aus weiblicher Perspektive widmen.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist für uns mit der Frage nach Genderdiversität auch jene nach Intersektionalität zu adressieren. Wir wollen uns deshalb verstärkt auch mit der Verschränkung von Gender und Intersektionalität im Kontext von Design auseinandersetzen.

 

CFP  & Anmeldung

Vorschläge für Beiträge in den vorgestellten oder mit diesen Bereichen verschränkten Themenkomplexen oder weiteren Themen, die in unmittelbaren Zusammenhang zum Tagungsthema zu setzen sind, können bis 30 Juni 2021 online eingereicht werden. Mögliche Beitragende werden gebeten ein kurzes Abstract zu ihren Projektbeiträgen einzureichen.

Wir möchten auch Studierende gerne ermutigen uns Beiträge oder vergangene wie auch laufende Projekte oder Produkte, die sich mit oben genannten Themen auseinandersetzen oder das Thema Gendergerechtigkeit und Diversität im Design fokussieren, vorzustellen. Ausgewählte Studierendenprojekte können in einer eigenständigen Rubrik präsentiert werden und zur Diskussion anregen.

Vorschläge und Teilnahmeanfragen bitte an: julia-constance.dissel@h-da.de

 

English Version:

Data & Location

14 / 15 October 2021

Institute for Design Research / Darmstadt University of Applied Sciences  & online

Hybrid

German and English language

 

Description:

Design describes a discipline and competence that has an impact on all levels of our public and private life and in which, precisely for this reason, the debate about a fair distribution and an equitable design of resources and their access becomes central for social coexistence. With the New European Bauhaus Initiative as part of the Green Deal agreement, the European Union has officially made clear the relevance of design and art for the humane shaping of a new better future based on the triad - sustainability, inclusivity and aesthetics. With our conference we - the research cluster "Design & Gender" at the Institute for Design Research, Darmstadt University of Applied Sciences - want to specifically stimulate an interdisciplinary and cross-university discourse on the topic of "Design and Gender Equality" and thereby explicitly address "Design & Diversity" themes as well as "Inclusivity" as part of our engagement towards social sustainability.

Since all divisions of design in today's world involve the embedding of a wide variety of competence areas and the topic of gender is queer to all existing fields, we also strive for direct exchange with researchers and experts from design related disciplines, such as computer science, engineering psychology and medicine, media, philosophy, pedagogy, AI research and robotics, social sciences and architecture, for example.

The focus of our attention will be in research projects and innovative approaches that deal with the reappraisal of gender-relevant facts that have been underrepresented or hardly registered so far and especially the implementation of gender equality and diversity in the context of the design discipline itself in the academic, educational as well as in the professional field and in all areas affected by design.

In this respect the following overarching questions and issues are of importance to us:

How can gender equality and diversity be designed? Where has gender diversity remained implicitly or explicitly under-thematized and under-represented to this day? Who are pioneers in the integration of gender equality into design practice and how do/did they work? What are adequate measures for the sustainable implementation of gender equity and diversity? How and where can and should structures be changed or perpetuated to sustainably implement gender equality in and with design? How does design relate to intersectionality today? Do we perhaps even need some kind of ethical code in design for equality and inclusivity?

We want to address the overarching questions in relation to different thematic complexes: Thus, with regard to the design of products in particular, it seems to us that a fundamental focus should be placed on the “passive everyday objects”, since they form sites of socio-cultural gender attributions. Over that, the digital, language-based and "interactive objects” of our contemporary world, the smart phones, wearables, smart houses and personal assistants etc., demand an extended form of communicative action from people, which refers to the interaction with things and also extends to the communication by means of the objects on interpersonal levels. As studies show, the issue of gender becomes particularly virulent at these communicative levels.

Furthermore considerations of gender-relevant factors in the context of robotics, the design of so-called "social robots", which is still largely in its infancy, becomes pivotal. Here, formal aesthetic and phenomenological as well as communicative questions arise, strongly linked to the use and implementation of artificial intelligence, that directly concerns the feasibility and designability of a gender-just and diversity-influenced future.

Gender equality is a relevant corner stone in the desired turn towards sustainability, which would not be possible without design.The ecological turnaround strived for by governments and scientists will not reach its goal without considerations of gender equality and inclusivity. At the conference we therefore want to address current research areas striving for ecological sustainability, for example sustainable mobility concepts or new spatial concepts from a gender perspective and explicitly address questions of feminist and inclusive mobility design as well as spatial, architectural design.

Moreover, we would like to address a "design for health". This severely includes the question of how biological and social gender interact as relevant factors in design, at which places in healthcare exactly social gender becomes virulent, and how design can contribute to gender equality.

Under the category “gender, diversity and design education” we want to look at the blind spots and address the issue of gender equity and diversity in the transmission of knowledge in the academic design context, since especially design history and theory are strongly one-sided male dominated. This interest correlates with a reappraisal of design history from a particularly female, diverse perspective.

The question of gender diversity is somehow inevitably linked to the question of intersectionality. We therefore also want to encourage people to contribute with their research and work on the interlacing aspects of gender and intersectionality in the (mentioned) contexts of design.

 

Call for Contribution & Participation

Proposals for papers in the thematic areas presented or intertwined with these areas, or other topics directly related to the conference theme, can be submitted via e-mail until end of June 2021. Potential contributors are invited to submit a short abstract.

We also would like to encourage students to present papers, projects or products that address the above topics or focus on gender equality and diversity in design.

 

Download CFP: Deutsch | English

Contact for contributions, participation and questions:

julia-constance.dissel@h-da.de