Pilotstudie & Online-Glossar Gendergerechtigkeit

„Wie gendergerecht  ist der aktuelle Informationsstand im Fach Produktdesign in Bezug auf die Fächer Geschichte und Theorie an hessischen Hochschulen?“

Das studienbasierte Projekt basiert auf der Feststellung, dass Informationen, die von ProfessorInnen und DozentInnen zur Grundlage ihrer Lehrinhalte und im Rahmen von Kursen an Studierende weitergeben werden, einer fachkulturellen und vor allem auch persönlichen Gestaltbarkeit unterliegen. Mit jeder Entscheidung für bestimmte Inhalte, für herangezogene AkteurInnen, AutorInnen, Literatur und Theorien findet immer auch eine Ausgrenzung anderer solcher Faktoren und Personen statt. Die Designforschung hat deutlich gemacht, dass Frauen in der Geschichte des Produktdesigns maßgeblich benachteiligt worden sind. Die Wissensgestaltung und das Informationsangebot im Fach Produktdesign an Hochschulen formiert dabei einen Möglichkeitsraum für vorwiegend implizit konstituierte Ausgrenzungen und Marginalisierungen, von denen im Design besonders Frauen betroffen scheinen, doch empirische Untersuchungen, die das Informationsangebot im Fach Produktdesign gezielt aus dieser Gender-spezifischen Perspektive analysieren, sind bislang ausgeblieben. Das Projekt setzt genau an dieser Stelle an. Es werden empirisch belastbare Daten erhoben, die den Wissens- und Informationspool ausgewählter hessischer Hochschulen im Fach Theorie und Geschichte im Produktdesign im Hinblick auf Gendersensibilität und Gendergerechtigkeit abbilden. Blinde Flecke sowie Reduktionismen und Manifestationen stereotypen Denkens im Informationspool werden dabei gezielt herausgearbeitet.

Das Ziel ist es neben ersten belastbaren Daten auch einen Leitfaden zur Ausgestaltung von Lehrinhalten in den Theorie- und Geschichtsfächern im Design anzubieten bzw. zunächst entsprechende Erkenntnisse in einer neu zu erarbeitenden Datenbank (Online-Glossar) zur Recherche von Inhalten zur gendersensiblen Gestaltung der Lehrinhalte zur Verfügung zu stellen. Dieses Glossar wird noch in diesem Jahr online gehen. 

Teil des Projekts sind unter anderem zwei Studien an hessischen Hochschulen. In Kürze folgen zunächst weitere Informationen und Ergebnisse zur ersten Studie.

Das Projekt wird koordiniert von Prof. Dr. Julia-Constance Dissel. An der Studie beteiligt sind neben der Hochschule Darmstadt, die Hochschule für Gestaltung Offenbach und die Kunsthochschule Kassel.Das Projekt wird vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Laufzeit 2020-2021.