design&gender

Design, Gender & Diversity

Design, Gender & Diversity

zum Hintergrund des Forschungsschwerpunktes

Der Forschungsbereich Gender & Design wird von Prof. Dr. Julia-Constance Dissel koordiniert und gliedert sich in mehrere Teilbereiche. An der Umsetzung der Projekte in den Teilbereichen sind neben Wissenschaftler*innen des Instituts und der Hochschule Darmstadt als auch externer Wissenschaftler*innen, zum Teil auch Studierende vor allem des Fachbereichs Gestaltung beteiligt. Unser Ziel ist es, eine durch Forschung informierte gendersensible und diverse Gestaltung zu ermöglichen, entsprechend geeignete Massnahmen hierzu greifbarer zu machen und auf bisher unterberücksichtigte Themen, Personen, Aspekte und Prozessstrukturen aufmerksam machen, die in Verbindung zu stellen sind mit Stereotypisierung, Dispositionsdenken und ungleichen Machtverhältnissen.

  1. Zum einen zielt dieser auf die historische und systematische Aufarbeitung der Rolle und des Beitrags von Frauen in der Geschichte des Designs. In einschlägigen Werken zu den historischen Erscheinungsformen von Gestaltungsprozessen und Produkten zeigt sich auch heute noch eine beispielhafte Überbetonung der männlichen Protagonisten des Designs. Die Forschung in diesem Feld will diesem Defizit begegnen. Ob Bauhaus oder Ulm, die Geschichte vor allem auch deutscher Institutionen des Designs bedürfen einer kritischen Neureflexion- und bewertung.
  2. Auch die Frage nach tradiertem, geschlechtsspezifischem Dispositionsdenken im zeitgenössischen Kontext wird adressiert. So analysiert der Forschungsschwerpunkt die genderbezogenen Dynamiken in der zeitgenössischen Designpraxis, untersucht werden u.a. Objekte und smarte Systeme als Kristallisationspunkte solcher Dynamiken und ihre Konsequenzen im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Es soll das Potential einer gendersensiblen Gestaltungsorientierung auch im digitalen Kontext freigelegt werden und die Möglichkeiten für Gestalter*innen erörtert werden Gendersensibilität in ihren Prozessen zu implementieren. Auch Intersektionalität wird dabei thematisch.
  3. Der Technische und digitale Fortschritt im Bereich Design bedingt zudem die Genderfrage /Gerechtigkeitsfage auch gerade im Kontext der Anwendung künstlicher Intelligenz zu adressieren. Thematisch geht es hierbei um die Evaluation im Bereich Robotik und Smarter Systeme auf physischer wie sprachlicher Ebene.
  4. In einem weiteren Projekt wird das Thema Gender in Bezug auf die Lehre bzw. die Ausgestaltung von Lehrinhalten in institutionalisierten Kontexten des Designs untersucht. In diesem Studien-basierten Projekt geht es gezielt um die Erarbeitung valider Daten und um die daran anknüpfende Herausarbeitung eines Leitfadens für die  gendergerechte bzw. gendersensible Gestaltung von Lehrinhalten im Fach Produktdesign. Das Projekt knüpft u.a. auch an Erkenntnisse aus dem Kontext des 1. Teilbereichs (historische und systematische Aufarbeitung der Rolle von Frauen in der Geschichte des Designs) an.

Projekte des Forschungsschwerpunktes

  •  Tagung zum Thema Gendergerechtigkeit im Design / Gender Equality and Diversity in Design Conference 2021 im Designhaus an der Hochschule Darmstadt; Koordination Dr. Julia-Constance Dissel 
  • Pilotprojekt "Empirische Untersuchung zur gendergerechten und -sensiblen Informationsgestaltung im Fach Produktdesign an hessischen Hochschulen" unter der Koordination von Dr. Julia-Constance Dissel. Erstmals sollen hierbei belastbare Daten zur Erschließung von Verbesserungsmöglichkeiten von Lehrinhalten in Bezug auf Gendergerechtigkeit und Gendersensibilität im Bereich Gestaltung erhoben und analysiert werden und ein Leitfaden bzw. ein Online-Glossar entwickelt werden.
  •  Projekt pli: von Teresa Laura Novotny Eine Designstudie und Diplomarbeit, die anhand der Neugestaltung eines Nassrasierers zeigt, wie klassisches Industriedesign mit Genderkompetenz praktiziert werden kann. Das Projekt pli: wurde 2020 mit dem Henriette-Fürth Preis für herausragende Abschlußarbeiten, die sich mit der Genderthematik auseinandersetzen, ausgezeichnet. Weitere Diplomarbeiten u.a. Die Rolle der Frau in der Gestaltung von und mit künstlicher Intelligenz von Shade Leonte.
  • Das Buch “Design & Gender – zeitgenössische Designerinnen” hrsg. von Dr. Julia-Constance Dissel mit einer Studie zur Situation und Selbstwahrnehmung international tätiger zeitgenössischer Designerinnen. Das Forschungsprojekt wurde 2017-18 im Rahmen des Ideenwettbewerbs Gendergerecht gefördert.
  • Ebenso konnte von 2016-2019 eine Vorlesungs- und Seminarreihe zu dem Thema Gender & Design unter der Leitung von Dr. Julia-C. Dissel am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt umgesetzt werden.
  • Eine umfassende Online-Ausstellung zum Thema “Frauen am Bauhaus “ wurde in Zusammenarbeit mit Studierenden anlässlich des Bauhausjubiläums 2019 realisiert

Kontakt

Prof. Dr. Julia-Constance Dissel

Koordinatorin

Gender & Diversity, Designphilosophie

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Teresa Laura Novotny

Wissenschaftliche Mitarbeiterin 

Nachhaltige Entwicklung

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Janina Zorn

Studentische Mitarbeiterin

Design, Gender & Diversity

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